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Die
Gegenwart Die Umgebung des alten Ellerer
Tunnelportales von 1877 und seines Cochemer
Pendants wird sich in naher Zukunft radikal
verändern. Die Fassaden der beiden Portale
stehen unter Denkmalschutz und bleiben
unverändert erhalten.
Am Ellerer Portal wird man ab 2016 im
Regelbetrieb nur noch Züge bei der Ausfahrt
beobachten können, während die Loks aus
Richtung Trier in die neue Röhre einfahren
werden.
Auf Cochemer Seite wird es logischerweise
genau umgekehrt sein. Dort müssen zwei Gebäude
einer neuen Eisenbahnbrücke weichen. Spatenstich
für diese Brücke war am 13.03.2010. Der
Rückbau des Gebäudes Endertstraße 9 (Haus
Erwin Lenz) ist im Juni 2010 erfolgt während das
Haus gegenüber bereits Anfang 2009 abgerissen
wurde.
Leider gibt es von Seiten der Deutschen Bahn
noch keine offizielle Internetseite. Da es
während der Bauphase für Interessierte in
Cochem und Ediger-Eller Infopoints geben soll,
wird wohl ín Zukunft über das Medium Internet
mehr über den Bau der zweiten Tunnelröhre zu
erfahren sein.
Einen fotografischen Bericht zum aktuellen
Baufortschritt können Sie hier sehen.
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| Die
Zukunft Über 130 Jahre nach Inbetriebnahme des
alten Tunnels wird die Deutsche Bahn rund 200
Millionen Euro in das
"Jahrhundertprojekt", den Bau einer
zweiten Tunnelröhre und die Komplettsanierung
der bisherigen investieren.
Ab 2016 wird dann für beide Fahrtrichtungen
jeweils eine eigene Röhre zur Verfügung stehen.
Die jetzige 4205 Meter lange Röhre entspricht
mit ihrem zweigleisigen Konzept nicht mehr den
heutigen und zukünftigen Anforderungen an die
Sicherheit in einem so langen Tunnelbauwerk.
Auf Ellerer Seite wird rechts vom jetzigen
Portal die neue wasserdichte Röhre entstehen.
Sie wird nicht bündig neben der alten
Tunneleinfahrt, sondern etwa 17 Meter vorher
beginnen. Damit wird die zweite Röhre auch um
einige Meter länger als die bestehende,
insgesamt 4242 Meter. Das alte Portal steht unter
Denkmalschutz und bleibt erhalten während das
Portal der neuen Röhre modern ausfallen wird.
Die rund hundert Meter lange
Tunnelvortriebsmaschine, deren Bohrkopf einen
Durchmesser von mehr als zehn Metern hat, wird ab
2010 den neuen Tunnel von Ediger-Eller aus in
Richtung Cochem vortreiben. Bei einer
veranschlagten Vortriebsgeschwindigkeit von 10
Meter pro Tag wird der Tunnel in etwa 420 Tagen
bis nach Cochem fertiggestellt sein. Danach wird
die speziell für dieses Tunnelprojekt gebaute
Maschine vor Ort abgebaut und im Werk der Firma
Herrenknecht im badischen Schwanau (zumindest
teilweise) für ein anderes Tunnelprojekt
umgebaut. Nun beginnt der eingleisige Innenausbau
der neuen Röhre: Gleisbau, Signalanlage,
Notfallsysteme, etc.
Die ca. 900.000 Tonnen Gestein, die die
Tunnelbohrmaschine aus dem Berg bricht, werden
per Bahn in eine Tongrube im Westerwald
verbracht.
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Wenn
2013 die neue Röhre komplett fertiggestellt ist,
sperrt man die alte Röhre voll. In der neuen
Röhre verkehren die Züge dann wechselweise, wie
beim Straßenverkehr bei einer Baustelle mit
einer Verkehrsampel. Die alte Röhre wird nun
komplett erneuert und erhält eine neue,
wasserdichte Innenverkleidung aus Beton. Die
bestehende Röhre ist im 19. Jahrhundert nicht
geradlinig vorgetrieben worden sondern weist
einen "Knick" in der Mitte auf, weshalb
es hier auch nicht möglich ist, den jeweils
anderen Ausgang des Tunnels zu sehen.
Das wird beim neuen Bauwerk, das ca. 15 Meter
neben dem derzeitigen vortrieben wird, wohl auch
nicht möglich sein. Diese Röhre wird auf
geradem Wege, mit 25 Metern Abstand (Mitte zu
Mitte) durch den Berg geführt. An beiden Enden
führt man die Röhre mit einem leichten Knick
aber wieder an die alte Trasse heran. Alle 500
Meter wird es einen verschließbaren Querstollen
geben, der die beiden Röhren verbindet und der
Rettungskräften bei einem Unfall im Tunnel
Zugang ermöglichen wird. Sie dienen auch als
Fluchtweg.
Im Gegensatz zum alten Tunnel werden der neue
Tunnel, und nach dessen Erneuerung auch der alte
Tunnel wasserdicht sein. Sie werden außerdem mit
normalen Straßenfahrzeugen befahrbar sein. So
können auch Rettungsfahrzeuge bis zum Ort des
Geschehens vorfahren. Die Gleise sind dann nicht
mehr auf dem klassischen Schotterbett verlegt,
sondern, vergleichbar mit
Straßenbahnschienensystemen in einer ebenen
Fahrbahn aus Betonteilen integriert sein.
Mit einer Röhre für jede Fahrtrichtung wird
der Kaiser-Wilhelm-Tunnel auch den
Sicherheitsanforderungen der Zukunft genügen,
die bereits heute für Tunnels ab einer Länge
von einem Kilometer zwingend zwei Röhren
vorschreiben.
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