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| Franz Josef
Blümling, 2005 |
Die Sage von der
Peterskapelle auf dem Neefer
Petersberg |
Die Sage von der
Peterskapelle
auf dem Neefer Petersberg
In alten
grauen Jahren hatten die Neefer ihre
Kirche unten im Thale, hier auch begruben
sie damals ihre Todten. Die Kirche stand
mehrere Jahrhunderte; da machte ihre
Baufälligkeit und die zunehmende Zahlt
der Einwohner eine neue nötig und sie
rissen die langgebrauchte ab, um an ihrer
Stelle eine andere, schönere
aufzuführen.
Alles im Dorfe legte Hand an, mit dem
größten Eifer schaffte man die
Baumaterialien herbei. Die Bemühungen
der Dörfner unterstützten mit Geld und
Rath die edlen Fräulein des benachbarten
Klosters Stuben. Aber wie erstaunte man
jeden Morgen! Steine, Gehölz, kurz
Alles, was man gestern zusammengebracht
hatte, fand sich heute oben auf der
Höhe. Anfangs glaubte man, böswillige
Menschen machten sich Nachts den Spaß,
der Anstrengungen des ganzen Dorfes auf
diese Weise zu spotten. Endlich nach
Verlauf mehrerer Tage, wo der Raub sich
immer wiederholte, beschlossen die
Beherztesten des Dorfes, die Nacht bei
dem Herangeschafften zu verbleiben.
Erwartungsvoll standen sie da und
harrten; siehe, da glitten auf einmal von
dem stillen, sternbesäten
Mitternachtshimmel leichtbeschwingte
Geister hernieder, die man als Engel
erkannte. Durchbebt von frommen Schauer
fielen die Wächter alsbald auf ihre
Kniee und beteten; die heilige Schaar
aber trug mit Blitzeseile Alles hinauf
nach der auserwählten Stelle. Jetzt erst
erkannte man den Willen des Himmels; die
Kirche wurde am selbigen Orte aufgebaut
und neben ihr weihte man den Kirchhof
ein. Seit der Zeit, so oft ein Einwohner
von Neef stirbt, geleitet man ihn hinauf
und legt ihn dort auf luftiger Höhe zum
langen Schlafe nieder.
Die Klosterfräulein von Stuben
erhielten, ihrer Unterstützung wegen,
Theil an der neu aufgebauten Kapelle und
an bestimmten Tagen des Jahres sah man
die frommen Jungfrauen nach ihr
hinaufwallen.
| Literaturnachweis |
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Fr. Menk, Des
Moselthals Sagen, Legenden
und Geschichten, Coblenz |
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